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Brandschutzaufklärung: Bei besonderen Risiken


Alle 14 Tage brennt es im Krankenhaus
und alle 7 Tage im Altenheim !

Jedes Jahr kommt es in mindestens 26 Krankenhäusern und 53 Altenheimen zu einem nennenswerten Brand, alle 14 Tage im Krankenhaus und alle sieben Tage im Altenheim. Dabei kommen jährlich 25 Patienten und/oder Bewohner in den Flammen um oder sterben an einer Rauchvergiftung. Weitere 232 Personen verletzen sich an den Folgen der Brände. Für weitere 1.460 Personen ( Patienten, Bewohner und Angestellte ) bedeutet nur eine schnelle Evakuierung die Rettung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die von dem Autor, Herrn Klaus Wichert  in dreijähriger Arbeit zusammengestellt wurde.

Über 399 Brände, aus dem Zeitraum von 1980 bis Juli 2001 wurden untersucht. Seit Juni 1997 wurde von ihm eine tägliche Recherche im Internet durch - geführt um möglichst breites und aktuelles Zahlenmaterial zu erhalten. Diese aktuelle Untersuchung gibt Aufschluss über die verschiedensten Brandursachen : in den Einrichtungen im Krankenhaus oder Altenheim, über den Entstehungsort und den Zeitpunkt der Brandentdeckung. Die Ergebnisse wurden aus der Summe aller Brände gewonnen und dann mit den Ergebnissen der letzten drei Jahren (1998 bis Juli 2001  ) als Referenz verglichen. Dabei konnte leider kein Trend zum Positiven gefunden werden.

Mutwillige Brandstiftung, eine besondere Belastung für die Krankenhäuser !  
Fast 30% aller Krankenhausbrände hatten die mutwillige Brandstiftung als Ursache! Hierbei ist zu erwähnen, dass 2/3 aller mutwilligen Brandstiftungen im Bereich eines Krankenhauses durchgeführt wurden. Die Gesamtzahl lag bei 47 Bränden im Krankenhaus und 25 Bränden in den Altenheimen. Weiter fiel auch auf, das eine größere Zahl der Patienten bei der Brandstiftung eine Selbsttötungsabsicht hatten.

„Rauche nie im Bett, denn die Asche, die herunter fällt, könnte die eigene sein„
Markaber aber wahr! Bei 50 Bränden , mit der  Brandursache Rauchen, starben 28 Personen und weitere 204 wurden verletzt. In 35 Altenheimen und 15 Krankenhäusern mussten insgesamt 1202  Personen evakuiert werden. Ursächlich dafür war jeweils eine einzelne Zigarette!

Die fahrlässige Brandstiftung stellt den größten Anteil !
Die fahrlässige Brandstiftung, zusammen mit  „Rauchen“ und  offenen Kerzen verursachten ca. 27% aller Brände. Die Leitung eines Altenheimes bzw. einer Klinik, die noch heute der Ansicht ist, dass ein Verbot von brennenden Adventkerzen einen schwerwiegenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Bewohners darstellen würde, sollte sich ernsthaft Sorgen über die Rechte der anderen Bewohner und Patienten der gleichen Einrichtung  machen, die dadurch nur unnötig gefährdet werden. Ca. 75% aller Brände, aus den genannten Ursachen, fanden im Altenheim statt.  

Der Fernseher, die besondere Gefahr !
Zu 20% war ein technischer Defekt die Brandursache, wobei in 23 von 78 Bränden der implodierende Fernseher einen deutlichen Schwerpunkt darstellt. Der Zeitpunkt des Brandausbruches hat sich dabei sehr deutlich auf wenige Stunden polarisiert. Über die Hälfte aller Brände fand zwischen 18 und 24 Uhr statt. 90% aller implodierenden Fernseher entfallen auf  Altenheime.

Auch wenn die Brände sich meistens auf ein einzelnes Zimmer beschränkten, wurden fast immer auch Bewohner in den anderen Zimmern durch die toxischen Brandgase verletzt ( insgesamt 80) und mussten zusammen mit den anderen Bewohnern (insgesamt 274) evakuiert werden. Wie sich eine Rauchgasvergiftung auf die weitere Lebenserwartung von 80jährigen Bewohnern auswirkt kann an dieser Stelle nur vermutet werden.

Bauarbeiten im Krankenhaus, selten eine Brandursache, dann aber gewaltig !
M
it nur 4 % sind die Bauarbeiten als Brandursache eigentlich verschwindend gering, die Auswirkung dafür aber umso größer. Typischerweise brennt es dabei in einem Krankenhaus unter dem Dach. Diese Kombination war am häufigsten vertreten. Auffallend war neben der hohen Zahl der zu evakuierenden  Patienten (1.164 bei nur 18 Bränden ) auch die Konzentration auf bestimmte Uhrzeiten. In den Stunden von 8 bis 12 und von 14 bis 17 lagen die Schwerpunkte bei der Branderkennung. Besonders auffallend war die sehr hohe Schadenssumme die häufig mehrere Millionen DM betrug (bis zu 50 Millionen).

Das Patientenzimmer als beliebtester Brandort !
Bei der Beurteilung über den Brandort haben sich folgende Gesichtspunkte herausgestellt . Von den zuordnungsfähigen  Bränden fanden ca. 66% im Bereich einer Pflegestation und ca. 20% im Bereich der Technik ihren Anfang. Besonders auffallend war jedoch die Aufschlüsselung der 175 Brände auf den Pflegestationen. Dabei konnte man erkennen, das 79 % dieser Brände in den Patientenzimmern ihren Anfang nahmen, und dass es genau diese Zimmer waren, die meistens nicht mit einem Rauchmelder ausgestattet waren. Diese Patientenzimmer sind dann auch noch der Aufenthaltsort für die Patienten, die sich nicht selbst helfen können und nicht gehfähig sind. Das war in den Jahren 1998 bis Juli 2001 bei genau 134 Bränden der Fall.

Man kann fast die Uhr danach stellen !
Über die verschiedenen Zeiten des Brandausbruches / bzw. Branderkennung konnte man feststellen, dass ca. 60% aller Brände zwischen 19:30 und 06:00 ausbrechen, also in einer Zeit in der die Personaldecke in den Einrichtungen erfahrungsgemäß dünner ist. Im Vergleich sieht das wie folgt aus: in den Mittagsstunden, bei doppelter Besetzung , von 12:00 bis 15:00 wurden nur ca. 7% aller Brände gemeldet , aber in der Zeit von 22:00 bis 01:00 waren es alleine 27% aller Brände. Die Anzahl der Patienten und/oder Bewohner die von einer Pflegekraft in dieser Zeit betreut werden mussten, schwankt je nach Einrichtung zwischen 25 und 50 Patienten und Bewohnern. Es ist müßig zu erwähnen  das auch die Feuerwehr, Polizei und der Rettungsdienst in dieser Zeit schwächer besetzt sind.

Den Brandschaden tragen die Versicherungen , den Imageschaden tragen Sie !
Die Schadenssummen wurden nur in ca. 50% aller Berichte relativ zuverlässig als Summe benannt. In den anderen Berichten war dann nur noch von einem beträchtlichem Schaden oder großen Schaden die Rede. Weiter muss man auch sehen, dass aus einem anfänglichen Schaden von 100.000 DM nach  der Sanierung und zusammen mit dem Betriebsausfall schnell eine Summe von 1.000.000 DM werden kann . Der Imageschaden ist dabei nicht eingerechnet.

Wenn wir an diesem Punkt angelangt sind müssen wir uns entscheiden. Nehmen wir diese Situation mit all den Toten und Verletzten so einfach hin und sagen, es gehört zu unserer Gesellschaft, oder sind wir zusammen bereit etwas dagegen zu unternehmen.

Alle, die etwas dagegen unternehmen wollen,  können sich bei  www.jaerven.de  die Datenbank und ihre Auswertung als Datei herunterladen.

Die anderen sollten noch mal nachdenken!

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